Das Phlebödem

Phlebödeme entstehen infolge von Schädigungen der Venen und Venenklappen und betreffen vor allem die Beine. In diesem Fall ist der Rückfluss des venösen Blutes gestört, wodurch es zu Stauung und Druckaufbau in den Venen kommt. Durch die sog. Filtration „drückt“ sich vermehrt Flüssigkeit durch die Gefäßwand hindurch in das umliegende Gewebe. Charakteristisch für Phlebödeme ist, dass nach dem Drücken mit einem Finger eine Delle im Gewebe zurückbleibt. Nach langem Stehen oder Gehen können Phlebödeme kurzfristig auftreten und auch wieder zurückgehen. Bestehen Sie länger, kann sich eine bläulich bis bräunliche Verfärbung der Haut zeigen. Dauerhaft bestehende Phlebödeme können eine Schädigung des Lymphgefäßsystems bewirken und sollten deshalb nicht unbehandelt bleiben.

 

Das Lymphödem

Grundsätzlich gibt es zwei Faktoren die zur Bildung eines Lymphödems führen:

  1. Das Lymphgefäßsystem ist anlagebedingt nicht vollständig ausgebildet. So können einige Gefäße zu gering (Hypoplasie) oder überhaupt nicht (Aplasie) entwickelt sein. Man spricht hier von einem primären (oder anlagebedingten) Lymphödem.
  2. Im Gewebe fällt vermehrt Flüssigkeit an, z.B. durch Entzündungen, Operationen oder Venenschwächen, und das Lymphgefäßsystem besitzt nicht die Kapazität diese Menge Lymphe vollständig abzutransportieren. Dies wird als sekundäres (oder erworbenes) Lymphödem bezeichnet.

Zu den häufigsten Ursachen zählen nicht, bzw. nicht ausreichend behandelte Phlebödeme, sowie operative Lymphknotenentfernungen (im Rahmen von Krebserkrankungen). Fettleibigkeit (Adipositas) kann die Entstehung eines Lymphödems unterstützen und bestehende Lymphödeme verstärken und stellt somit einen wesentlichen Risikofaktor dar. Typischerweise treten Lymphödeme einseitig auf.

Da Lymphödeme eine negative Wirkung auf die Hautbarriere haben, sind Hautirritationen und -schäden nicht selten. Schlimmstenfalls kann es auch zu einer bakteriellen Infektion, dem sog. Erysipel, kommen.

 

Das Lipödem

Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung mit fortschreitendem Verlauf, die nahezu ausschließlich bei Frauen auftritt. Sie ist durch eine ungleichmäßige Fettverteilung zwischen Rumpf (wenig) und Extremitäten (viel) gekennzeichnet. Weitere Kennzeichen sind die vermehrte Bildung von Hämatomen, sowie die Druckschmerzhaftigkeit der betroffenen Körperregionen. Das Lipödem beginnt in der Regel in einer Phase hormoneller Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Klimakterium. Wenngleich die Krankheitsmechanismen gut beschrieben werden können, so ist die eigentliche Ursache von Lipödemen jedoch weiterhin unbekannt. Typischerweise treten Lipödeme beidseitig auf.