Zahlreiche Betroffene und Interessierte folgten der Einladung des Lymphnetz Dortmund am 28. November 2018. In den modernen Räumlichkeiten des Lensing-Carées, mit tollem Blick auf das Dortmunder „U“, wartete ein abwechslungsreiches Programm mit hochkarätigen Referenten*innen.

Der Moderator Markus Prandzioch begrüßte alle Besucher und gab einen kurzen thematischen Einstieg in das Thema der lymphatischen Erkrankungen.

Erste Rednerin des Abends war Annette Dunker, Landessprecherin NRW der Lymphselbsthilfe e.V., welche über die eigene Erkrankung in Kontakt zur Lymphologie kam und sich umfassendes Wissen hierüber aneignete. Ihr liegt vor allem das Selbstmanagement der Betroffenen am Herzen und so gab sie viele Tipps und Ratschläge was Betroffene selbst zur Prävention und Behandlung von Ödemen beitragen können. Zum Abschluss ihres Vortrages animierte Frau Dunker die Besucher zur Aktivität und demonstrierte eine Übung aus der von ihr entwickelten Entstauungsgymnastik.

In der darauffolgenden Pause präsentierten sich die Partner*innen des Lymphnetzes im Foyer und es konnten erste Kontakte zwischen Betroffenen und dem Netzwerk geknüpft werden. Viele von ihnen hatten bereits konkrete Fragen zu ihrer Erkrankung oder Behandlung, welche im direkten Gespräch mit den Expert*innen geklärt werden konnten.

Prof. Dr. Markus Stücker vom Klinikum Bochum gab einen Überblick über die verschiedenen Ödemformen, sowie deren Entstehung und Behandlung. So hob er beispielsweise die Notwendigkeit regelmäßiger sportlicher Betätigung hervor. Auf die Nachfrage, welche Sportart denn die beste sei, antwortete Prof. Stücker kurz und deutlich: „Jene, die Ihnen Spaß macht!“ In seinem anschaulichen Vortrag stellte er darüber hinaus deutlich dar, welche Fachleute für die optimale und ganzheitliche Versorgung von Ödemen notwendig sind und hob deren Kooperation in Netzwerken hervor.

Ein wichtiger Bestandteil der Versorgung ist die Manuelle Lymphdrainage, welche Thema des Vortrages von Herrn Marc Beitzel, Physiotherapeut und Fachlehrer für Manuelle Lymphdrainage, war. In seinem lebendigen und humorvollen Vortrag stellte er die Kriterien und Maßstäbe einer optimalen Lymphdrainage dar, wies aber gleichermaßen auch auf Qualitätsdefizite in der tatsächlichen Versorgung der Betroffenen hin. Er lobte hierbei das Engagement des Lymphnetzes diese Missstände durch dessen Zusammenarbeit zu reduzieren. Die spontane Demonstration einer Bandagierung des Arm-Lymphödems einer Besucherin, rundete den Vortrag ab.

In der abschließenden Diskussionsrunde hatten die Zuhörer*innen die Möglichkeit eigene Erfahrungen zu schildern und Fragen an die Vortragenden zu stellen. Diese Möglichkeit wurde von Betroffenen sowie Fachleuten aus dem Publikum zahlreich genutzt.

Das Lymphnetz Dortmund zieht ein positives Fazit für die Veranstaltung und hofft, dass diese eine Art Initialzündung für das neu gegründete Netzwerk darstellt. Die Rückmeldungen der Besucher*innen machen deutlich, dass im Raum Dortmund ein großes Defizit in der Versorgung von Ödempatienten*innen besteht. Diese Lücke möchte das Lymphnetz Dortmund schließen.